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02. April 2025

Erasmus Malaga 2025: Kulturelle Unterschiede

Erasmus Malaga 2025 BK Wesel

Am 10. März 2025 begann unser erster Tag in Málaga.

Schon früh morgens trafen wir Geraldine, die uns in unsere jeweiligen Betriebe begleitete. Dort wurden wir herzlich von den Mitarbeitern empfangen, was mir sofort auffiel – die Spanier sind unglaublich offen und kontaktfreudig. Nach der Arbeit erkundeten wir zusammen mit Tabea, einer deutschen Mitarbeiterin des Carlos V Projekts, die Altstadt.

Málaga ist eine Stadt mit Geschichte. Überall sieht man Spuren der Vergangenheit – enge Gassen, bunte Fassaden und beeindruckende Festungen wie die Alcazaba und das Castillo de Gibralfaro. Von dort oben hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und das Meer. Während wir durch die Straßen schlenderten, fiel mir auf, wie lebendig und fröhlich die Menschen hier sind.

Die Spanier und ihre Lebensfreude

Ein Erlebnis, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, passierte auf dem Weg zur Arbeit. Ich saß in der Bahn, als plötzlich ein Straßenmusiker einstieg, mit seiner Gitarre loslegte und voller Leidenschaft sang. Was mich überraschte: Niemand schaute genervt oder fühlte sich gestört. Im Gegenteil – die Leute applaudierten, lächelten und einige summten sogar mit. In Deutschland wäre das eher unüblich. Am nächsten Tag fragte ich Tabea, ob so etwas hier normal sei, und sie lachte: „Ja, das gehört dazu. Musik soll den Alltag schöner machen.“

Der Alltag in Málaga – anders, aber faszinierend

Generell habe ich schnell gemerkt, dass die Menschen hier offener und kontaktfreudiger sind als in Deutschland. Egal ob im Supermarkt, in der Bahn oder beim Spazierengehen – Fremde sprechen dich einfach an, als würden sie dich schon lange kennen. Ich war anfangs etwas überrascht, aber mit der Zeit habe ich diese lockere Art zu schätzen gelernt.
Auch die Arbeitskultur unterscheidet sich stark. In meinem Betrieb war es völlig normal, dass die Kollegen erst um 11 Uhr frühstückten und sich dabei ausgiebig unterhielten. Die Mittagspause dauerte oft länger als eine Stunde, und keiner hatte es eilig, wieder an den Schreibtisch zurückzukehren. In Deutschland wäre das kaum denkbar – dort zählt Effizienz, und Pausen sind oft nur Mittel zum Zweck. Hier hingegen geht es nicht nur um Arbeit, sondern auch um das Miteinander.
Essen, Feiern und der Rhythmus des Lebens

Ein weiteres großes Thema in Spanien: Essen!

Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass die Hauptmahlzeiten viel später stattfinden. Während man in Deutschland meist gegen 12 Uhr zu Mittag isst, beginnt hier das Mittagessen erst am Nachmittag – und das Abendessen oft nicht vor 21 Uhr. Dafür wird es umso mehr zelebriert. Oft ging ich mit Kollegen nach der Arbeit noch Tapas essen – kleine Portionen, die man sich teilt, während man stundenlang plaudert.

Auch beim Feiern gibt es große Unterschiede. In Málaga wird laut, bunt und ausgelassen gefeiert. Während der Feria de Málaga verwandelte sich die ganze Stadt in eine riesige Party mit Musik, Tanz und Straßenkünstlern. Ich war beeindruckt, wie selbstverständlich sich Jung und Alt verstanden haben. In Deutschland sind Feste oft etwas geordneter und besinnlicher – hier hingegen scheint das Feiern einfach im Blut zu liegen.

Kulturelle Unterschiede, die mich überrascht haben:

Nicht nur die Mentalität, sondern auch der Alltag auf den Straßen ist anders. In Málaga wirkt der Verkehr auf den ersten Blick chaotisch – viele Roller, hupende Autos, Menschen, die scheinbar überall die Straße überqueren. Und doch funktioniert alles. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Fußgängerzonen mit Ampeln, die eine Countdown-Anzeige haben. Das macht es viel einfacher, die Zeit beim Überqueren einzuschätzen – so etwas könnte es in Deutschland öfter geben!

Auch architektonisch hat Málaga mich beeindruckt. Während in Deutschland oft moderne Gebäude dominieren, ist hier fast jede Straße von Geschichte geprägt. Ich konnte mich kaum sattsehen an den alten Fassaden mit ihren Balkonen voller bunter Blumen.

Mein Fazit:

Nach ein paar Tagen in Málaga wurde mir klar: Jede Kultur hat ihre eigenen Vorzüge. In Deutschland schätze ich die Struktur und die Ordnung, aber hier in Málaga hat mich die Lebensfreude und Herzlichkeit der Menschen fasziniert. Ich habe gelernt, spontaner zu sein, die kleinen Dinge mehr zu genießen und den Moment bewusster wahrzunehmen. Diese Stadt hat mich definitiv inspiriert – und ich freue mich schon darauf, noch mehr von Spanien zu entdecken.

Edijan Jasarevski